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KI im Kfz‑Betrieb

Ein Blog der Smoke and Luck GmbH

Die Zahl

Stundenverrechnungssatz Kfz: was in den 202 Euro steckt

Kurz gesagt

Laut GDV berechneten Kfz-Werkstätten 2024 im Schnitt 202 Euro je Stunde für Mechanik, Elektrik und Karosserie und 220 Euro für Lack, mit Mehrwertsteuer. 2025 stiegen die Sätze um weitere 7,5 Prozent. Eine Stunde im Büro steht auf keiner Rechnung: Sie steckt in jedem Satz, den du verrechnest.

Dienstag, 19:30 Uhr. Die Halle ist zu, die Leute sind weg. Du sitzt im Büro. Vor dir liegen sechs Rückrufe von heute, zwei Kostenvoranschläge, die raus müssen, und eine Freigabe, die seit Freitag fehlt.

Am Vormittag stand ein Kunde am Tresen, die Rechnung in der Hand: „Über 200 Euro die Stunde? Das ist ja Wahnsinn.“ Du hast ihm erklärt, was in so einer Stunde alles drinsteckt. Jetzt, am Schreibtisch, ist es still. Diese Stunde steht auf keiner Rechnung.

„Das Büro mach ich nebenher.“ Der Satz klingt, als würde die Stunde am Abend nichts kosten. Sie kostet. Entweder steckt sie in deinem Stundensatz, den der Kunde am Tresen zahlt, oder sie geht von deinem Gewinn und deinem Feierabend ab.

Wie hoch ist der Stundenverrechnungssatz in Kfz‑Werkstätten?

Über 200 Euro. Nach einer Auswertung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wurden 2024 für Arbeiten an Mechanik, Elektrik oder Karosserie im Schnitt 202 Euro pro Stunde berechnet. Lackierarbeiten kosteten 220 Euro. Beide Werte lagen rund acht Prozent über dem Vorjahr. Grundlage sind Daten der Sachverständigenorganisation Dekra.

JahrMechanik, Elektrik, KarosserieLack
2022173 €188 €
2023188 €205 €
2024202 €220 €

Und es geht weiter. Am 29. Oktober 2026 hat der GDV gemeldet, dass die Stundensätze in Kfz-Werkstätten 2025 um durchschnittlich 7,5 Prozent gestiegen sind. Von 2017 bis 2025 kletterten sie um 62 Prozent, die allgemeinen Verbraucherpreise um 26 Prozent. Neue Euro-Beträge je Stunde nennt die Mitteilung nicht.

Ist das brutto oder netto?

Brutto. Darauf weist der Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF) hin: Der GDV hat die Werte mit Mehrwertsteuer veröffentlicht. Für den Vergleich mit Betriebsdaten müssten sie erst auf netto umgerechnet werden.

Das ist für deine eigene Rechnung wichtig. Wer die 202 Euro neben seinen Nettosatz legt, vergleicht Äpfel mit Birnen. Teilt man 202 Euro durch 1,19, bleiben rund 170 Euro netto. Das ist die Größe, mit der du arbeitest.

Der ZKF betont außerdem, dass gestiegene Kosten, etwa bei Löhnen und Energie, in den letzten Jahren ein Grund für höhere Sätze waren. Der Satz ist also kein Preis, den sich ein Betrieb ausdenkt. Er ist die Summe dessen, was der Betrieb kostet, verteilt auf die Stunden, die er verkaufen kann.

Was steckt in einem Stundenverrechnungssatz?

Deutlich mehr als der Lohn des Monteurs. Der Fachverlag WEKA beschreibt die Rechnung in Stufen. Zuerst werden die Lohnkosten eines Jahres durch die produktiven Stunden geteilt. Produktiv heißt: Urlaub, Krankheit, Feiertage und unproduktive Zeiten wie Warten oder Stillstand sind schon abgezogen.

Darauf kommt ein Zuschlag für die Gemeinkosten. Das sind Kosten, die durch den laufenden Betrieb entstehen, aber keinem Auftrag direkt zuzuordnen sind: Räume, Energie, Abschreibungen, das Büro und der kalkulatorische Unternehmerlohn. Danach folgt ein Zuschlag für Risiko und Gewinn. Erst dann kommt die Mehrwertsteuer obendrauf.

Zwei Stellen in dieser Rechnung sind für dich als Inhaber entscheidend: die produktiven Stunden und die Gemeinkosten. Genau dort landet die Stunde im Büro.

Wo steckt die Stunde am Telefon?

An einer von zwei Stellen, je nachdem, wer sie leistet.

Hängt ein Monteur oder dein Meister am Telefon, ist das unproduktive Zeit. Sie fehlt bei den Stunden, die du verkaufen kannst. Weniger verkaufbare Stunden bei gleichen Lohnkosten heißt: Jede verkaufte Stunde muss mehr tragen.

Sitzt du selbst abends am Schreibtisch, ist das Büro. Und Büro gehört zu den Gemeinkosten, genauso wie dein Unternehmerlohn. Auch diese Kosten werden auf jede verkaufte Stunde umgelegt.

In beiden Fällen bezahlt die Stunde am Schreibtisch jemand. Entweder der Kunde, über einen höheren Satz. Oder du, wenn du den Satz nicht beliebig anheben kannst und die Zeit von deinem Gewinn abgeht. Bei Sätzen, die schon über 200 Euro liegen und seit Jahren steigen, ist der Spielraum am Tresen nicht unendlich.

„Der Kfz-Meister wird in der Werkstatt gebraucht und nicht am Schreibtisch.“

Arne Joswig, damals Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), AUTOHAUS

Der Satz fiel in einer Debatte über Bürokratie. Er gilt aber genauso für Rückrufe, Statusfragen und Freigaben, die keiner nachhält.

Was kann KI an dieser Rechnung ändern?

Sie kann dir keine Stunde in der Halle abnehmen. Aber sie kann Stunden am Schreibtisch kleiner machen, wenn klar ist, welche.

Gute Kandidaten sind Aufgaben, die sich jeden Tag wiederholen und kein Fachwissen am Auto brauchen: eine Rückrufliste vorsortieren, Statusfragen beantworten, an fehlende Freigaben erinnern, aus Stichworten einen Kostenvoranschlag in sauberen Text bringen. Was ein Werkzeug dabei nie darf: einen Preis zusagen, eine Reparatur empfehlen oder einen Kunden abwimmeln, der einen Menschen braucht. Das bleibt bei dir.

Wie viel das in deinem Betrieb ausmacht, kann dir kein Anbieter vorher sagen. Das hängt davon ab, wie viele Stunden heute tatsächlich am Schreibtisch und am Telefon verschwinden. Und das weiß nur, wer es einmal gezählt hat.

Was du diese Woche tun kannst

Leg neben das Telefon im Büro einen Zettel und führe eine Woche lang eine Strichliste: je eine Viertelstunde, die du oder dein Meister mit Rückrufen, Statusfragen und Freigaben verbringst. Am Freitag zählst du die Striche zusammen, rechnest sie in Stunden um und legst sie neben deinen Nettostundensatz. Dann siehst du, was dich die Stunden im Büro ungefähr kosten, mit deiner eigenen Zahl statt mit unserer.

Häufige Fragen

Wie hoch ist der Stundenverrechnungssatz einer Kfz‑Werkstatt?

Nach einer Auswertung des GDV auf Grundlage von Dekra-Daten lag er 2024 im Schnitt bei 202 Euro für Mechanik, Elektrik und Karosserie und bei 220 Euro für Lackierarbeiten. Für 2025 meldet der GDV einen weiteren Anstieg um durchschnittlich 7,5 Prozent, nennt aber keine neuen Euro-Werte.

Ist der Stundenverrechnungssatz brutto oder netto?

Die GDV-Werte sind laut dem Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF) Bruttowerte, also mit Mehrwertsteuer. Für den Vergleich mit dem eigenen Betrieb zählt der Nettosatz. Aus 202 Euro brutto werden bei 19 Prozent Mehrwertsteuer rund 170 Euro netto.

Wie berechnet man den Stundenverrechnungssatz?

Grob in drei Schritten: Lohnkosten geteilt durch die produktiven Stunden, dazu ein Zuschlag für die Gemeinkosten wie Büro, Räume und Unternehmerlohn, dazu ein Zuschlag für Risiko und Gewinn. Für den Bruttosatz kommt die Mehrwertsteuer obendrauf.

Quellen

  1. AUTOHAUS: Versicherer: Stundensatz von Kfz-Werkstätten erstmals über 200 Euro, 1. Oktober 2025, abgerufen am 30. Oktober 2026
  2. GDV: Autoreparaturen werden immer teurer: Kfz-Versicherer erwarten 2026 nur ein knappes Plus, 29. Oktober 2026, abgerufen am 30. Oktober 2026
  3. AUTOHAUS: GDV: Werkstatt-Stundensatz jetzt bei 188 Euro und für Lack bei 205 Euro, 11. November 2024, abgerufen am 30. Oktober 2026
  4. AUTOHAUS: Schadeninstandsetzung: Stundensatz in Kfz-Werkstätten steigt auf 173 Euro, 9. Oktober 2023, abgerufen am 30. Oktober 2026
  5. AUTOHAUS: Steigende Unfallreparaturkosten: „Freie K & L-Betriebe sind nicht der Preistreiber“, 27. Oktober 2025, abgerufen am 30. Oktober 2026
  6. WEKA: Das sollten Arbeitgeber zum Stundenverrechnungssatz wissen, 27. September 2022, abgerufen am 30. Oktober 2026
  7. AUTOHAUS: ZDK zum Bürokratieabbau: „Der Kfz-Meister wird in der Werkstatt gebraucht“, 26. April 2024, abgerufen am 30. Oktober 2026

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Der Herausgeber

Christoph Brinke, Herausgeber

Christoph Brinke, gelernter Lackierer, Kfz‑Sachverständiger

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